Barbera
Der Ursprung des Namen

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Lange Zeit wurde in den meisten Publikationen die Meinung vertreten, dass der Barbera keine Geschichte oder Sprachadel besitzte, als wolle man den Barbera an den Volksstand binden, bei welchem er über Jahrhunderte so grossen Anklang gefunden hatte. Bestimmt hat man jedoch keinem Wein mehr Unrecht angetan, als in diesem Fall dem Barbera, da nicht nur geschichtliche Zeugnisse voller Tiefe und historischem Wert nicht fehlen, sondern der Barbera eine derartige Tradition und Geschichte hat, dass die Traube zum Inbegriff von Asti und Monferrato selbst geworden ist.

Die Vorlage einer Geschichte des Barbera muss natürlich mit der etymologischen und semantischen Analyse des Namens beginnen. Und in diesem Zusammenhang fehlen Überraschungen nicht! Zwischen den Forschern sind deshalb viele Meinungsverschiedenheiten aufgekommen und in der Tat stimmt die Interpretation des Olivieri (die meist akkreditierte), die das lateinische Wort albuelis – d.h. weiß, rein – als den Ursprung des Wortes "Barbera" angibt, schlecht mit den Charakterzügen dieses Weines überein. In dem italienischen Wörterbuch liesst man unter Barbera: „aus dem Piemont abstammend, wie in der Lombardei stammt er aus dem lateinischen albuelis (Art von Rebe) nach dem Ortsnamen Barberi". Dies ist sicher verblüffend.

Ein interessanter, geschichtlicher Weg, auch wenn er bis jetzt von nur wenigen Historikern vertreten wird, hat G. Aldo Di Ricaldone beschrieben. In einem von der Kommerzkammer von Asti herausgegebenen Artikel zu diesem Thema schreibt er, dass es eine enge Beziehung zwischen der Barbera und jener schon seit dem Jahre 1249 in dem Kapitulararchiv von Casale zitierten vie berbexina oder berbesina geben müsse. Angefangen mit der These, dass das Wort Barbera die gleiche Etymologie der piemontesischen Nachnahmen Barbero hat, beschäftigte sich der Forscher mit dem Studium über die Abstammung der Nachnahmen indem er die geschichtlichen Belege mit ähnlichen Fällen gegenüberstellte (Grisella aus dem piemontesischen Wort für Stachelbeere; Provana aus dem Dialekt mit der Bedeutung Ableger der Rebe) und in Hinsicht des Bündels auf dem Wappen der Grafen Barberis von Brianzola, ein „Barberis vulgaris", stellte er schließlich die Herkunft des Wortes fest. Nun, sind die darauf folgenden etymologischen Umwandlungen einfach zu beweisen: berberis – berbesina – berberisina – barbera.

Es handelt sich um die berberixina oder berberisina, eine in Casale schon seit dem 14. Jh. weit dokumentierten Rebe. In einem Akt vom 7. November 1249 liest man: „quod ipse Gulielmus Crosa et sui hederes debeant plantare suprascriptum cerbum de bonis vitubus berbexinis hoc anno presenti et dare et solvere annuatim (an die Kirche von S. Evasio von Casale die dem Crosa mehrere Stücke Land mietete), in perpetuum storia II et minam unam puri vini de illo vino quod exierit de vinea plantata in predicto cerbo nuncio istius ecclesie in Casali ad tinam vel torcular primo vino quod exierit de uvis predicte vinee."

Beachtet man aber neuere Arbeiten, so erscheint diese Interpredation doch etwas zu verführerisch einfach, denn während der Autor selbst sich über die folgende Definition des Wortes Grignolino im Nouveau Larousse aus dem 1890 wundert: „cépage noir cultivé dans le Piémont: on dit aussi Barbesino", weisen die neuesten Studien, die sich auf den Dalmasso und Ratti beziehen, darauf hin, dass die Wörter „barbesino" und „grignolino" noch am Anfang dieses Jahrhunderts als Synonyme benutzt wurden. Dies klingt zwar nicht wie ein definitives Urteil, regt aber sicher zu neuen und tieferen Studien an.

(Text von: "Proposte su una stroria del Barbera", Luciano Bertello und Govanni Minetti)

 

 

 

 

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